Insignificance – Die verflixte Nacht

Insignificance – Die verflixte Nacht

(Regie: Nicolas Roeg – Großbritannien, 1985)

Ein genialer Physiker (Michael Emil als Albert Einstein) trifft 1954 in einem New Yorker Luxushotel nachts eine weltberühmte Filmblondine (Theresa Russell als Marilyn Monroe). Er soll sich vor einem politischen Gremium negativ über die Russen äußern – was er nicht tut. Sie dreht gerade die bekannt-pikante Szene, in der ihr weißes Plisseekleid von der Abluft der U-Bahn hochgehoben wird. Um dem Genie zu beweisen, daß sie dessen Relativitätstheorie mit Hilfe von Taschenlampen, Luftballons und Spielzeugeisenbahnen demonstrieren kann, sucht sie ihn zu später Stunde auf. Das Aufeinandertreffen zweier extrem unterschiedlicher Charaktere gerät zu einer “verflixten Nacht”, zu deren chaotischen Verlauf noch ein kommunistenjagender Senator (Tony Curtis als Senator McCarthy) und ihr leidgeprüfter Ehemann (Gary Busey als Joe DiMaggio), ein Baseballstar, beitragen.

Nicolas Roegs (“Wenn die Gondeln Trauer tragen”) komödiantische Verfilmung eines Theaterstücks klaubt die gängigsten Geschichten um die Prominenten zusammen, deren Namen nie genannt werden, die aber für jeden unschwer zu identifizieren sind. Mit teilweise etwas uninspirierten Dialogen darf dieses Personenpotpourri durch die heiße New Yorker Nacht treiben. Tony Curtis spielt das dumme Arschloch McCarthy als dummes, schwitzendes Arschloch McCarthy und Theresa Russel erklärt in ihrer Rolle als Marilyn Monroe dem Zuschauer anhand von Spielzeugen Einsteins spezielle Relativitätstheorie.
Das war’s im Grunde auch schon. Wir dürfen noch ein wenig Joe DiMaggio dabei zuschauen, wie er nicht über seine schwindende Popularität hinwegkommt und Einstein mit seinen Eheproblemen belästigt, dargestellt von Gary Busey.
“Insignificance” ist also gut besetzt und von einem erfahrenen Regisseur inszeniert, lässt aber selten das Mittelmaß hinter sich. Wenn es dann doch geschieht, geschieht es gründlich: Über den Film verteilt tauchen immer wieder kurze Flashbacks auf, die man den Charakteren zuordnen kann, Einsteins persönliches Vergangenheitsecho entwickelt sich zu einem atomaren Feuersturm der Endzeit, der nichts als ein schwarzes Skelett der Monroe zurücklässt. Eindeutiger Höhepunkt, der die Zuschauer erreicht, die in den 95 Minuten zuvor noch nicht abgeschaltet haben. Geistig oder per Fernbedienung. 5,5/10

Trailer

(Zuerst veröffentlicht bei http://hhp-hangover.de am 22.03.2013)
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