Meet The Feebles

Meet The Feebles

(Regie: Peter Jackson – Neuseeland, 1989)

Trevor, die Ratte, Drogenhändler, Pornofilmer und Zyniker. Wynyard, der Frosch, aufgrund seiner Vietnamerfahrung drogenabhängig und Trevors bester Kunde. Sid, der Elefant, manisch-depressiv und außerdem noch mit einer Vaterschaftsklage eines Huhnes gestraft. Sebastian, der Fuchs, homosexueller Päderast, ist auch gleichzeitig Regisseur der Show. Harry, das Karnickel, vögelt sich durch das ganze Ballet, und da er dabei nicht der einzige ist, zieht er sich schon bald gewisse Krankheiten zu. Heidi, das 400 Pfund schwere Nilpferd, wird von ihrem Mann betrogen und nutzt daraufhin aus, dass er großkalibrige Waffen schmuggelt. Und dann wäre da noch Robert, der Igel, Held dieses Films und unsterblich in die Robbe Lucille verknallt. Trotz allem versuchen diese Charaktere eine Varieté-Show auf die Bühne zu stellen. Doch bei Sex, Drugs und Rock ‘n’ Roll hinter, auf und unter der Bühne kann doch jeder Versuch nur zum Scheitern verurteilt sein, Oder…?

“Muppets auf Crack” ist eine Plattitüde um Peter Jacksons “Meet The Feebles” zu umschreiben, zugleich trifft es auch den Nagel auf den Kopf. Bieten die Muppets schon eine große Portion Irrsinn, so potenzieren die Feebles dies durch Drogen, Gewalt, Sex und Fäkalhumor. Der Film ist ein 90-minütiger Amoklauf durch die Klischees des Showbusiness, die hier nicht nur aufs Korn genommen, sondern auch gleich ins Visuelle übersetzt werden: Der Schmierenjournalist ist eine Scheißhausfliege, die in der Porzellanschüssel frischen Kot mampft und sich eine Dunkelkammer zum Entwickeln der Paparazzi-Schnappschüsse eingerichtet hat – im Spülkasten. Der männliche Star der Show ist ein Rammler, ein Jackrabbit, der alles vögelt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist und sich damit eine Krankheit einfängt – “the big one”! Die weibliche Hauptrolle war in früheren Tagen wunderschön, hat zwei besonders große Talente, ist mit dem Produzenten der Show liiert und betäubt ihren Kummer mit Schwarzwälder Kirschtorte. Zwischendrin hurt, säuft, lümmelt und prügelt sich der restliche Cast in der Kulisse, wenn er nicht gerade den Nachschub an Drogen organisieren muss.
Zum Schluss wird auch noch das Publikum in die Kritik einbezogen, wenn es in völliger Unkenntnis der Verhältnisse über die echten Dramen der Feebles, die aus den schummerigen Kulissen ins grelle Licht der Bühne gezogen werden, lacht – eben weil es zur Show gehört und “the show must go on”, koste es, was es wolle.
Man darf sich auch über ein paar famose Parodien bekannter Filme freuen, sehr augenscheinlich werden vor allem “The Deer Hunter” und “Scarface” durch den Kakao gezogen.
Man mag zu “Herr der Ringe” stehen, wie man will, aber mit “Meet The Feebles” hat Peter Jackson bewiesen, dass er der Richtige ist, wenn es um diesen Job geht: Er schafft mit relativ geringen Mitteln eine eigene, kohärente Welt, in der menschliche Schauspieler höchstens Zuarbeiter, meist jedoch Statisten sind.
Der ganze Spaß ist natürlich erst vorbei, wenn die fette Lady schießt! 8,5/10

Trailer

(Zuerst veröffentlicht bei http://hhp-hangover.de am 13.02.2013)
Advertisements
This entry was posted in Film and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

One Response to Meet The Feebles

  1. Pingback: Die Kissen sind geschlachtet | PAURAnoia - Gedanken beim Betrachten des Messerblocks

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s