The Burrowers

The Burrowers

(Regie: J.T. Petty – USA, 2008)

1879: Zwei Pionierfamilien werden des Nachts von Unbekannten überfallen, die eine komplett ausgelöscht, Mitglieder der anderen von den Angreifern verschleppt, darunter auch die Verlobte von Fergus Coffey (Karl Geary). Zusammen mit den Indianerkriegsveteranen William Parcher (William Mapother) und John Clay (Clancy Brown) stellt er eine Posse zusammen, um die Entführer zu suchen. Die Siedler gehen davon aus, dass es sich dabei um Indianer handelt, ebenso der Armeetreck von Henry Victor (Doug Hutchison), den man kurz nach Antritt der Reise trifft. Doch schon bald müssen die arroganten Weißen feststellen, dass draußen in der Prärie noch ganz andere, nicht menschliche Gefahren lauern…

Nicht oft stößt man auf Filme, die Horrorthemen in einem Western-Setting abhandeln; “The Burrowers” von J.T. Petty ist solch ein seltenes Exemplar.
Man hält sich über weite Teile des Films an die von Stephen King in “Danse Macabre” aufgestellte Prämisse, dass der Schrecken weitaus effektiver ist, wenn er hinter der geschlossenen Tür stattfindet, dem Leser oder Zuschauer also nicht direkt präsentiert wird. Erst im letzten Viertel des Films kann man einen ausführlicheren Blick auf die Monster/Kreaturen werfen, die ihren Appetit mit paralysierten Cowboys und Indianern stillen. Für einen Low-Budget-Film (er kostete ca. 6 Millionen Dollar) sind die Creature FX ok, leider wird man immer wieder an “Tremors” erinnert, dessen “Sandwürmer” einfach die besseren Monster sind.
Dafür kann “The Burrowers” mit einer dichten Atmosphäre punkten und ist um einiges düsterer als “Tremors”, ohne vollkommen auf Humor verzichten zu müssen. Die Figuren entsprechen den üblichen Western-Schablonen, werden durch die guten Darsteller aber mit eigenem Leben erfüllt.
Fast sämtliche Gewalteinlagen hat man sich für das Finale aufgespart, dort wird dann aber gepfählt und gespießt, dass es am Rande des Overkills ist. Wären die “Wühler” nicht so verdammt fies und eklig, man könnte beinahe Mitleid mit ihnen haben.
“The Burrowers” verteilt außerdem kleine Seitenhiebe, indem er die Vorurteile gegenüber Indianern und (ehemaligen) schwarzen Sklaven, sowie den Sadismus des US-amerikanischen Militärs ausstellt. Dies gipfelt alles im Ende, das nicht schön ist, aber in Anbetracht der Umstände konsequent zu sein scheint. Hat man schon über den Film verteilt einige tolle Soundtrack-Momente erlebt, bringt das von Grant Campbell gesungene und im Text leicht veränderte Schlaflied “All The Pretty Horses” (Campbell klingt leicht nach Tom Waits in seiner “Mule Variations”-Phase) über dem Abspann die Verzweiflung, die “The Burrowers” auch innewohnt, auf den Punkt. 6,5/10

Trailer

(Zuerst veröffentlicht bei http://hhp-hangover.de am 04.02.2013)
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