Heaven’s Burning – Paradies in Flammen

Heaven’s Burning – Paradies in Flammen

(Regie: Craig Lahiff – Australien, 1997)

Nur ihrer Familie zuliebe hat die Japanerin Midori ihren biederen Landsmann Yukio geheiratet. Während ihrer Hochzeitsreise durch Australien hat sie nur einen Gedanken: Flucht. Gleich bei der ersten Gelegenheit kratzt sie die Kurve – doch die wieder gewonnene Freiheit ist nur von kurzer Dauer: Bei einem Banküberfall wird Midori als Geisel genommen. Zum Glück kommt ihr der gutmütige Colin, der Fahrer des Fluchtwagens, zu Hilfe. Er rettet ihr das Leben, indem er einen der Gangster erschießt. Der Bruder und der Vater des Toten schwören blutige Rache – und jagen die beiden quer durch die Wüste…

Was kann einen Motorradfahrer in den Weiten des australischen Outbacks von seiner Maschine holen? Richtig: Ein Känguru, das ihm zielgerichtet vor die Reifen läuft.
Ungefähr auf dem Niveau dieses Einfalls bewegt sich auch der Rest des Films, in dem Russell Crowe sein schauspielerisches Unvermögen zeigen durfte, bevor er die Zuschauer in diversen Hollywoodproduktionen belästigte.
Der Mann, der immer ein wenig wie der grenzdebile Bauerntölpelbruder von Brad Pitt aussieht, spielt das hart aber herzliche Abziehbildchen eines männlichen Helden und rast, ballert und prügelt sich ohne nähere Motivation durch die üblichen 90 Minuten voller Action, Gefahr und Liebe. Thrill sucht man hingegen vergebens, die Handlung ist so unglaublich schal, dass es einem schwer fällt, nicht abzuschalten.
Manche Regisseure klauen gute Ideen, um sie dann schlecht umzusetzen, Craig Lahiff klaut lieber mittelmäßige Ideen, um ihnen den letzten Funken Inspiration auszusaugen.
Im Jahre 3 APF (After Pulp Fiction) darf auch ein Schuss Tarantinoeskes nicht fehlen und so serviert man “schräge” Charaktere und einige drastische Gewaltspitzen. Natürlich wieder völlig substanzlos und wenig geistreich. Überoriginell auch die Bösewichte: Eine afghanische Familie, deren Vater früher für die Sowjets folterte, mit zwei heißblütigen Söhnen und einer kopftuchtragenden Hacker(!)-Tochter, die alle dauernd “Yallah!” sagen. Geht’s noch, Craig?
Um vielleicht mal zu verdeutlichen, wie übel hier psychologisiert wird: Midoris verhöhnter Ehemann rasiert sich vor einem Spiegel den Haarschopf ab, bevor er auf die Jagd nach seiner Frau und deren neuem Lover geht. So wird aus dem biederen japanischen Geschäftsmann der Taxi Driv…, äh, Bike Rider.
Bis auf ein paar Szenen, in denen die grandiose Landschaft dem Regisseur unter die Arme greift, ist das auch glanzlos abgefilmt, mit einem unoriginellen Soundtrack unterlegt und entwickelt sich zu einem Finale, das wie eine Parodie auf “Thelma & Louise” wirkt. Lahm. 4/10

Trailer

(Zuerst veröffentlicht bei http://hhp-hangover.de am 23.09.2013)
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