Russ Meyer’s Vixen

Russ Meyer’s Vixen

(Regie: Russ Meyer – USA, 1968)

Die sinnliche, attraktive Vixen Palmer (Erica Gavin) lebt mit ihrem Ehemann Tom, einem Piloten, und ihrem Bruder Judd, einem mit Hakenkreuzen und Nazisymbolen ausstaffierten Biker, in der Wildnis Nordwestkanadas. Sie betreibt dort weitab jeder Zivilisation eine Freizeit-Anlage für betuchte Touristen, die ihr Mann regelmäßig aus den USA einfliegt. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit betrügt sie ihn mit ihrem eigenen Bruder und einem Sergeant der lokalen RCMP-Station, ist aber auch nicht abgeneigt, sich mit dem einen oder der anderen ihrer Hausgäste einzulassen. Schwarze kommen für Vixen, die ihre rassistische Gesinnung ganz offen zur Schau trägt, nicht in Frage. Auf einem Flug nach San Francisco hijacken ein flüchtiger kommunistischer IRA-Mann und ein schwarzer Amerikaner, der sich dem Kriegsdienst in Vietnam entzogen hat, Vixens und Toms Flugzeug. Sie drohen Tom zu erschießen, sollte Vixen, die auch den Pilotenschein hat, sie nicht nach Kuba fliegen. Der Schwarze kocht vor Zorn über die rassistischen Beleidigungenen, die er sich von Vixen hatte anhören müssen. Die Situation eskaliert…

Russ Meyers Filme beinhalten immer einen gewissen verschrobenen Humor und große Brüste. Auch “Vixen!” (Originaltitel) ist da keine Ausnahme und vermischt Softcore-Szenen mit dicken Titten und kauziger Gesellschaftskritik, die Rassismus, Kommunismus, den Vietnamkrieg und die Segregation in den USA streift. (Dem deutschen Verleih, der auch für den dämlichen Titel “Ohne Gnade – Schätzchen” verantwortlich zeichnet – sicher ein Versuch sich an den Erfolg von “Zur Sache, Schätzchen” mit Uschi Glas zu hängen – war dies wohl zu heiß und er “entschärfte” die Dialoge der deutschen Synchronisation in dieser Hinsicht.)
Zu keiner Zeit ernstzunehmen, aber durchaus schön fotografiert und montiert, kann man sich an formvollendeten, vollbusigen Frauen erfreuen, die wahllos durch die Betten tollen, sich in der Natur ausziehen oder seltsame Fischtänze aufführen. Bemerkenswert auch die Anzahl an Metaphern für Geschlechtsverkehr, welche sich aus Technik und Werkzeug ergeben, die Russ Meyer während der 70-minütigen Laufzeit in oftmals schrägen Kamerawinkeln einfängt.
Die Sexszenen sind dem Ursprungsland und dem Entstehungsjahr entsprechend eher zahm, der freizügige Höhepunkt dürfte die Inzest-Szene unter der Dusche sein. Trotzdem war “Vixen!” der erste Film, der in den USA mit einem X-Rating bedacht wurde.
Ob man Russ Meyer nun mag oder nicht, muss man schon selbst rausfinden, eine kurze Bewertung kann nie die spezielle Atmosphäre wiedergeben, die seine Filme ausmacht. “Vixen!” ist noch keine Großtat, er verweist aber auf die höchst vergnüglichen Arbeiten, die da noch kommen werden. 6,5/10

Trailer

(Zuerst veröffentlicht bei http://hhp-hangover.de am 02.12.2013)
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