Forbidden Zone

Forbidden Zone

(Regie: Richard Elfman – USA, 1982)

Eine geheimnisvolle Tür in dem Keller des Hauses der Hercules-Familie führt in die Sechste Dimension. Als Frenchy durch die Tür fällt, verliebt sich König Faustus in sie. Die eifersüchtige Königin Doris nimmt ihre Kontrahentin daraufhin gefangen. Frenchys Schicksal liegt nun ganz in den Händen ihrer Familie und ihres Kumpels Squeezit Henderson…

Bevor Danny Elfman durch seine Titelmusik zu der US-TV-Serie “The Simpsons” und der Soundtrack-Zusammenarbeit mit Filmemachern wie Tim Burton und Sam Raimi zu Weltruhm gelangte, spielte er mit seinem Bruder Richard Elfman, dem Regisseur des vorliegenden Films, in einer Musiktheatergruppe, die sich “The Mystic Knights of Oingo Boingo” nannte.
Später sollte daraus eine Rockband hervorgehen, Oingo Boingo, zu diesem Zeitpunkt hatte sich Richard Elfman aber schon aufs Filmemachen verlegt. “Forbidden Zone” ist die engste Kollaboration der Brüder, die auch die Frau von Danny Elfman mit einschließt.
Im Grunde hat man es hier mit einer Abfolge von Songs und Tanzeinlagen zu tun, um die man eine hanebüchene Story strickte, welche als Vehikel für die Nummernrevue herhalten muss. Ein Musical vielleicht, oder ein Musikfilm in der Tradition von “Magical Mystery Tour”.
Das wäre alles nicht weiter spannend, hätten die Elfmen nicht eine absolut überdrehte Form gewählt, die Realfilmsequenzen mit Animationen vermischt und manchmal wie das Albernste aus “Monty Python’s Flying Circus” wirkt – im positiven Sinne.
Dazu kommt ein rasanter Soundtrack, der traditionellen Jazz-Stücken einen Punk-/New-Wave-Ansatz verpasst und in wirklich jeder Sekunde der 71 Minuten auf dem Punkt ist. Höhepunkt des Ganzen ist Danny Elfmans Auftritt als Satan. Wie alle anderen Figuren auch, drückt er sich durch ein Lied aus. Der Songanteil überwiegt den Dialoganteil deutlich.
Ursprünglich in schwarz-weiß gedreht, erschien 2008 auch eine nachkolorierte Fassung von “Forbidden Zone”. Während die Originalversion etwas zwielichtiger und düsterer anmutet, heben die quietschbunten Farben das Slapstick- und Comicartige des Films (noch mehr) hervor. Beide Fassungen haben ihren Reiz, ich möchte keine missen.
Freaks und Cartooncharaktere bevölkern diese seltsame Welt. Es gibt einen kleinwüchsigen König (gespielt von Hervé Villechaize, bekannt aus einem der “James Bond”-Filme), eine “draq” Queen , einen Froschbutler, dicke Nutten, Chicken Boy, Zuhälter und eine Art Affenmonster. Die Darstellung von Juden und eine Minstrel-Einlage brachten dem Film Kritik von über-politisch korrekten Menschen ein, die anscheinend übersehen hatten, dass der ganze Streifen dermaßen überzeichnet ist, dass dies keine böse Absicht, sondern den Ton von “Forbidden Zone” darstellt.
Anfang der 80er war das Problem der “school shootings” dagegen noch nicht so stark im Bewusstsein der Öffentlichkeit angekommen, so konnte eine Szene, in der sich Schüler und Lehrerin mit Maschinenpistolen duellieren, unwidersprochen bleiben.
Zu meiner Freude hat auch Joe Spinell (“Maniac”) einen kleinen Gastauftritt als betrunkener Matrose, was diese herrliche Freakshow endgültig abrundet.
Es fällt schwer einen musikalisch und visuell so überkandidelten Film in Worten zu beschreiben. Sicher ist, dass Danny und Richard Elfman mit “Forbidden Zone” die Kunst des Keinen-Fick-Gebens auf ein ganz neues Level gehoben haben. Yeah…and lemme see that frog jive! 8,5/10

Trailer

(Zuerst veröffentlicht bei http://hhp-hangover.de am 23.02.2014)
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